Die Kläranlage in Bickenbach gehört nun zu den fortschrittlichsten und leistungsfähigsten ihrer Art in Hessen. Mit der offiziellen Inbetriebnahme der vierten Reinigungsstufe wurde am Mittwoch ein bedeutender Schritt im Gewässerschutz gemacht. Die moderne Anlage entfernt Mikroverunreinigungen wie Medikamentenreste, Haushaltschemikalien und Hormone mit einer Kombination aus Ozonierung und Aktivkohlefiltration aus dem Abwasser und trägt so zum Schutz der Gewässer im Hessischen Ried bei. Das Land Hessen hat dieses zukunftsweisende Projekt mit 4,9 Millionen Euro unterstützt. Umweltstaatssekretär Michael Ruhl begrüßte die Inbetriebnahme: „Der Schutz unserer Gewässer ist, gerade in sensiblen Bereichen wie dem Hessischen Ried, wichtig für uns alle. Denn hier wird ein Viertel des Trinkwassers für Hessen gewonnen“, so Staatssekretär Ruhl. „Der Abwasserverband Bickenbach leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Spurenstoffstrategie des Landes für das Hessische Ried.“
Technologie für sauberes Wasser
Seit 2016 hat der Abwasserverband gemeinsam mit den Kommunen Bickenbach und Seeheim-Jugenheim das Projekt vorbereitet und Ende 2020 den Förderbescheid des Landes erhalten. Der Spatenstich erfolgte im April 2022, nach einer Testphase ist die Anlage jetzt offiziell in Betrieb. „Mit dieser Anlage sind nun drei vierte Reinigungsstufen in Hessen im Betrieb – zwei auf kommunalen Kläranlagen und eine auf einer Industriekläranlage“, so Staatssekretär Ruhl. „Weitere vierte Reinigungsstufen auf Kläranlagen im Ried befinden sich bereits in der Planung, und für vier Anlagen sind bereits Förderbescheide für den Ausbau ergangen. So geht Hessen konsequent den Weg in eine nachhaltige und zukunftsfähige Abwasserbehandlung.“
Hintergrund
Aufgrund der besonderen hydrogeologischen Situation und der stark abwasserbelasteten Gewässer im Hessischen Ried wird im Rahmen der „Spurenstoffstrategie Hessisches Ried“ hier der Ausbau der Kläranlagen um eine vierte Reinigungsstufe forciert. Im Jahr 2023 hat Mörfelden-Walldorf als erste Hessische Kommune ihre vierte Reinigungsstufe in Betrieb genommen. Auch die Firma Merck hat ihre Industriekläranlage Anfang 2024 um eine vierte Reinigungsstufe erweitert.