Schafe auf einer Wiese

Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat

Ministerium entwickelt Wolfsmanagement im Dialog mit AG Wolf weiter

Halterinnen und Halter von Schafen, Ziegen und Damwild sollen künftig landesweit noch stärker beim Herdenschutz und der Prävention von Wolfsrissen unterstützt werden. Das Land will den erweiterten Herdenschutz künftig landesweit fördern. Auch Halterinnen und Halter anderer Weidetierarten werden unterstützt, wenn ihr Tierbestand von einem Übergriff betroffen war. Somit gelten die Fördermöglichkeiten, die bisher auf Wolfspräventionsgebiete begrenzt waren, für das ganze Land.

„Wölfe siedeln sich wieder in Hessen an. Wir sind am Beginn dieses natürlichen Prozesses, der einen flächendeckenden, guten Herdenschutz notwendig macht“, erklärte Umweltministerin Priska Hinz. Im Rahmen des erweiterten Herdenschutzes können Investitionen beispielsweise in Zäune, Zaunelemente, Materialien und Herdenschutzhunde in Höhe von 80 Prozent und maximal 30.000 Euro pro Jahr unterstützt werden. Die Abwicklung der Förderung übernehmen die Landwirtschaftsämter der einzelnen Landkreise. Dort werden nun die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen.

Konfliktarmes Zusammenleben fördern

Das Umweltministerium setzt damit einen Vorschlag der AG Wolf, in der insgesamt 29 Verbände und Institutionen aus den Bereichen Weidetierhaltung, Landwirtschaft, Naturschutz und Jagd sowie Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Landesbehörden und -institutionen zusammenkommen und über das Wolfsmanagement des Landes beraten, um. „Wir stehen im ständigen Austausch und Dialog mit den Interessensgruppen und entwickeln das Wolfsmanagement des Landes gemeinsam weiter. Unser Ziel ist es, das konfliktarme Zusammenleben zu fördern“, so die Ministerin. Zudem hat das Ministerium entschieden, dass die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der AG Wolf zukünftig eine Aufwandsentschädigung erhalten können. „Dieser Punkt ist mir sehr wichtig, denn die Beteiligten der AG Wolf setzen sich mit großem Engagement und hohem Zeit- und Kostenaufwand für ein gemeinsames Handeln ein. Sie legen die Basis, um unser künftiges Zusammenleben mit dem Wolf möglichst konfliktfrei zu gestalten“, so die Ministerin.

Hintergrund:

Die Schaf- und Ziegenhaltung wurde bisher schon landesweit und flächendeckend bei der Errichtung eines Grundschutzes (vollständig geschlossener, elektrisch geladener Zaun mit einer Höhe von mindestens 90 Zentimetern) gefördert. Der erweiterte Herdenschutz bedeutet, dass Investitionen für den Erwerb und die Installation wolfsabweisender, über den Grundschutz hinausgehender Schutzzäune und technischer Einrichtungen, die Nachrüstung vorhandener Zäune, Ausrüstungsgegenstände, wie Stromgeräte, die Anschaffung von Herdenschutzhunden, die Errichtung von Untergrabschutz, der über den Grundschutz hinausgeht, und die Einrichtung von Nachtpferchen förderfähig sind. Die detaillierten Regelungen sind in der Weidetierrichtlinie festgehalten. Die Förderregeln für Wolfspräventionsgebiete gelten künftig für das gesamte Land.

Mehr Informationen zur Förderung in der Weidetierrichtlinie.

Schlagworte zum Thema