Böden sind mehr als Wirtschaftsgut oder Untergrund: Sie sind das Gedächtnis unserer Landschaft. Anlässlich des „Boden des Jahres 2026“ hat Hessens Umweltminister Ingmar Jung am Freitag eine neue Bodenstele im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald eingeweiht. „Unsere Böden erzählen faszinierende Geschichten von verschwundenen Meeren bis hin zur harten Arbeit der Köhler in unseren Wäldern“, betonte Jung. „Sie sind Ausdruck unserer Geschichte und Teil unserer kulturellen Identität.“
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand mit dem sogenannten „Archivboden“ der „Boden des Jahres 2026“. Ob ehemalige Kohlenmeiler oder historische Bergbauhalden: Archivböden konservieren Spuren vergangener Epochen. Die neu eingeweihte Stele, die vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) finanziell gefördert wurde, macht diese unsichtbare Geschichte greifbar. Sie enthält neben zwei Profilen von typischen Archivböden der Region, einem Kohlenmeilerboden und einem Bergbauhaldeboden, auch Informationen und Hintergründe. Besonders die integrierten Miniaturwelten im Sockel der Stele mit Öffnungen zum Hineinschauen und Anfassen sollen Kindern komplexe ökologische und historische Zusammenhänge spielerisch vermitteln.
Als Schirmherr für den „Boden des Jahres“ warb der Umweltminister für ein gestärktes Bodenbewusstsein. „Wir alle tragen Verantwortung dafür, dass künftige Generationen gesunde Böden vorfinden. Dafür brauchen wir mehr ‚Bodenneugierige‘“, so Jung. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Umweltbildung: Gemeinsam mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) und weiteren Partnern wurden spezielle Materialien für Kitas und Grundschulen entwickelt.
Umweltminister Jung dankte dem Vorstand des Geo-Naturparks, insbesondere dem anwesenden stellvertretenden Vorsitzenden Landrat Frank Matiaske, der Geschäftsführerin Dr. Jutta Weber sowie Bürgermeister Andreas Mutschke Der UNESCO Global Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald fungiere als entscheidende Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.
Hintergrund „Boden des Jahres“
Seit 2005 kürt das Kuratorium „Boden des Jahres“ jedes Jahr eine Bodenart, um die Öffentlichkeit für den Wert und die Gefährdung dieser begrenzten Ressource zu sensibilisieren. 2026 steht der Archivboden im Fokus – ein Boden, der durch seine Schichten wie ein geologisches Gedächtnis wirkt. Er bewahrt Spuren vergangener Umweltbedingungen, früherer Vegetation und menschlicher Aktivitäten. Diese natürlichen Archive helfen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Umwelt- und Klimageschichte besser zu verstehen und zeigen, wie eng Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Boden miteinander verbunden sind. Hessen hat die Schirmherrschaft für den „Boden des Jahres 2026“ übernommen.