Ein Mann beim Spargelstechen.

Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat

Amtschefkonferenz der Agrarministerien: Hessen setzt sich für eine zukunftsfähige Landwirtschaft ein

Bei der Konferenz der Amtschefinnen und Amtschefs der Agrarressorts (ACK) in Berlin legt Hessen den Fokus auf die Schwerpunkte Saisonarbeit und Lebensmittelsicherheit.

Auf der Konferenz der Amtschefinnen und Amtschefs der Agrarressorts (ACK) am 14. und 15. Januar 2026 in Berlin wird Hessen klare Akzente für die heimische Landwirtschaft setzen. Dabei stehen insbesondere zwei Themen im Fokus: eine praxisgerechte Regelung zur Saisonarbeit und die Optimierung des Einsatzes von Rodentiziden.

Saisonarbeitskräfte: Hessen fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Ohne Saisonarbeitskräfte steht die heimische Landwirtschaft in vielen Bereichen still. Hessen fordert deshalb klare und verlässliche Regelungen beim Einsatz ausländischer Saisonarbeitskräfte. „Unsere Landwirtschaft braucht Arbeitskräfte, und keine bürokratischen Hürden, die den Einsatz unnötig erschweren“, betont Staatssekretär Köfer. Ein konkreter Vorschlag ist die Befreiung der Saisonarbeitskräfte von der Rentenversicherungspflicht während ihrer Tätigkeit in Deutschland, unabhängig von der Beschäftigungssituation im Herkunftsland. Die aktuelle Praxis führt zu Rechtsunsicherheit sowie erheblichem Verwaltungsaufwand in den Betrieben. Zudem soll die automatische Wiederzulassung von Saisonarbeitskräften ermöglicht werden, die bereits im Vorjahr in einem Betrieb tätig waren. Das schafft Planungssicherheit, entlastet Behörden und gibt Betrieben die notwendige Verlässlichkeit in arbeitsintensiven Phasen. „Wer die Ernte in der heimischen Landwirtschaft sichern will, muss Verfahren vereinfachen. Vertrauen in bewährte Strukturen spart Zeit und Kosten auf allen Seiten“, betont Köfer.

Lebensmittelsicherheit: Praxisgerechte Anwendung der Rodentizid-Vorgaben

Der wirksame Schutz von Vorräten und Lebensmitteln gehört zu den Kernaufgaben landwirtschaftlicher Betriebe. Ziel ist eine praxistaugliche Anwendung der Gefahrenstoffverordnung beim Einsatz von Rodentiziden, das heißt Mitteln zur Bekämpfung von Nagetieren. Hessen begrüßt ausdrücklich den Vorstoß des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, einschlägige staatlich anerkannte Berufsabschlüsse der Land- und Ernährungswirtschaft als gleichwertig zum Biozid-Sachkundenachweis anzuerkennen. „Unsere Betriebe verfügen über hohe fachliche Kompetenz. Es ist richtig, diese anzuerkennen und nicht durch zusätzliche Nachweise in Frage zu stellen“, so Köfer. Vorhandene Qualifikationen und geprüfte Ausbildungsinhalte sollen genutzt werden, anstatt neue bürokratische Hürden aufzubauen. Zudem setzt sich Hessen für eine Verlängerung der Übergangsregelung zur Anwendung antikoagulanter Rodentizide (Bekämpfungsmittel mit blutgerinnungs-hemmenden Wirkstoffen) über das Jahr 2027 hinaus ein. Hessen tritt damit für eine ausgewogene Gefahrenstoffpolitik ein, die gleichzeitig den Verbraucherschutz stärkt, die Realität in den Betrieben berücksichtigt und Vertrauen in die Qualifikation der Anwenderinnen und Anwender setzt.

Mit den genannten Initiativen baut Hessen auf eine pragmatische Agrarpolitik, die sowohl den Betrieben als auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern zugutekommt und Verfahren vereinfacht – für eine zukunftsfähige Land- und Ernährungswirtschaft.

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