Vor 30 Jahren wurde am Glauberg die berühmte Statue des "Keltenfürsten" entdeckt.

Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat

Archivboden macht Geschichte sichtbar

30 Jahre Statuenfund am Glauberg: Staatssekretär Michael Ruhl würdigt die besondere Bedeutung von Böden als Träger historischer Informationen und kulturellen Erbes.

Die Keltenwelt am Glauberg feiert in diesem Jahr einen besonderen Jahrestag: Vor 30 Jahren wurde hier die berühmte Statue des „Keltenfürsten“ entdeckt. Ein Fund von internationaler Bedeutung und drei Jahrzehnte später Anlass für ein großes Fest im Museumsgarten in Glauburg. Auch Staatssekretär Michael Ruhl hat daran teilgenommen: „Der Keltenfürst steht nicht nur für ein herausragendes archäologisches Zeugnis, sondern auch für die besondere Fähigkeit des Bodens, Geschichte zu bewahren“, betonte der Staatssekretär. Der Fund zeige eindrucksvoll, welche Erkenntnisse über das Leben früherer Generationen erst durch den Boden als natürliches Archiv möglich würden.

Der Fund des Keltenfürsten verdeutlicht die enge Verbindung zwischen Boden, Geschichte und unserem kulturellen Erbe. Dazu passt das Motto für den „Boden des Jahres 2026“, für den das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt die Schirmherrschaft übernommen hat „Da steckt Geschichte drin“. Denn Boden des Jahres ist der Archivboden.

Archivböden speichern über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg Spuren menschlicher Nutzung und natürlicher Entwicklungen. Sie bewahren unter anderem Überreste historischer Siedlungen, Grabanlagen, ehemaliger Wirtschaftsweisen und Landschaftsformen. Damit sind sie eine unverzichtbare Grundlage für die Archäologie, die Bodenkunde und die Erforschung der Kulturgeschichte.

Bodenschutz als Verantwortung für die Zukunft

Neben seiner Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte erfüllt der Boden zahlreiche weitere unverzichtbare Leistungen für Mensch und Umwelt. Er speichert und filtert Wasser, trägt zur Grundwasserneubildung bei und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung unserer Trinkwasserversorgung. Als Lebensraum für Milliarden von Organismen bildet er die Grundlage einer enormen biologischen Vielfalt und sichert wichtige Stoffkreisläufe.

Zugleich ist der Boden die Basis unserer land- und forstwirtschaftlichen Produktion und damit die Voraussetzung für die Erzeugung von Lebensmitteln, Futtermitteln und nachwachsenden Rohstoffen. Der Schutz der Böden dient daher nicht nur dem Erhalt unseres kulturellen Erbes, sondern auch der Sicherung zentraler Ökosystemleistungen.

Staatssekretär Ruhl betonte deshalb die Verantwortung für den Erhalt dieser besonderen Ressource: „Wer den Boden schützt, schützt zugleich die Geschichte.“ Der Archivboden bewahre die Erinnerungen vergangener Generationen und ermögliche es, historische Entwicklungen auch für kommende Generationen nachvollziehbar zu machen.

Hintergrund

Seit 2005 kürt das Kuratorium „Boden des Jahres“ jedes Jahr einen Boden, um die Öffentlichkeit für den Wert und die Gefährdung dieser begrenzten Ressource zu sensibilisieren. 2026 steht der Archivboden im Fokus. Der Boden ist ein Informationsspeicher, ein Gedächtnis unter unseren Füßen. Er bewahrt Spuren vergangener Umweltbedingungen und menschlicher Aktivitäten. Diese natürlichen Archive helfen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Umwelt- und Klimageschichte besser zu verstehen und zeigen, wie eng Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Boden miteinander verbunden sind. Hessen hat die Schirmherrschaft für den „Boden des Jahres 2026“ übernommen. 

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