Die Gemeinde Schenklengsfeld im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wird künftig das Abwasser ihres Ortsteils Wippershain über einen Verbindungskanal an die Kläranlage Bad Hersfeld abgeben. Zur Umsetzung dieser wirtschaftlichen Abwasserlösung hat Umweltstaatssekretär Michael Ruhl am Freitag einen Förderbescheid in Höhe von 966.210 Euro an die Gemeinde übergeben. Damit wird die Einhaltung der Grenzwerte für Phosphor und Ammonium zukünftig sichergestellt, die für einen guten Gewässerzustand der Eitra erforderlich sind. „Der Schutz unserer Gewässer ist eine Aufgabe, die uns alle angeht. Ich freue mich sehr, dass die Gemeinde Schenklengsfeld diesen verantwortungsvollen Schritt geht und den Anschluss des Ortsteils Wippershain an die Kläranlage Bad Hersfeld umsetzt. Die Maßnahme trägt aktiv zur Verbesserung unserer Gewässer bei“, erklärte Staatssekretär Ruhl.
Der Anschluss erfolgt über eine rund zwei Kilometer lange Freispiegelkanalleitung an die Kanalisation des Ortsteil Fischbach der Gemeinde Hauneck. Zusätzlich wird der bestehende Stauraumkanal Wippershain um ein Speichervolumen von rund 390 Kubikmetern erweitert. Hierzu werden zwei Rohrleitungen mit einem Durchmesser von 1,40 Metern an das bestehende System angeschlossen. Durch das zusätzliche Volumen wird sichergestellt, dass auch bei Regenwetter überschüssiges Wasser zunächst zurückgehalten wird und die Grenzwerte bei der Einleitung eingehalten werden.
Auch der Auslaufbereich des Stauraumkanals Wippershain wird umgestaltet. Ein dynamisches Auslaufbauwerk sorgt für einen gleichmäßigen Abfluss in den Willesbach und wirkt so dessen Überlastung entgegen.
Nach Fertigstellung der Transportleitung wird die alte Kläranlage Schenklengsfeld-Wippershain zurückgebaut und stillgelegt.
Hintergrund
Nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie ist der Standard des Gewässerschutzes der „gute Zustand" eines Gewässers. Ein Gewässer im „guten Zustand" weicht nur wenig vom natürlichen Zustand ab und erfüllt alle EU-Normen zur Wasserqualität. Um dieses Ziel bis 2027 zu erreichen, verpflichtet die Richtlinie alle Mitgliedsstaaten, ihre natürlichen Gewässer zu erhalten und den Zustand belasteter Gewässer zu verbessern.
Kommunen sind verpflichtet, ihre Abwasseranlagen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu betreiben oder anzupassen. Mit der Stilllegung der Kläranlage Wippershain und dem Anschluss an die Kläranlage Bad Hersfeld setzt die Gemeinde Schenklengsfeld diese Anforderungen effizient um – ein Beitrag für saubere Gewässer und nachhaltigen Umweltschutz.