Die Hessische Landesregierung stärkt den Schutz besonders gefährdeter Menschen vor Hitze: Mit dem neuen Förderprogramm „Hitzehilfe für Hessen“ stellt das Umweltministerium in den kommenden drei Jahren rund zehn Millionen Euro für die Anschaffung mobiler und teilstationären Klimaanlagen in Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten bereit.
„Hitzewellen wie in diesem Sommer müssen wir künftig häufiger erwarten. Die besonders hohen Temperaturen haben vor allem diejenigen getroffen, die sich selbst am wenigsten schützen können, nämlich ältere und pflegebedürftige Menschen sowie kleine Kinder. Jetzt gilt es, darauf pragmatisch und schnell zu reagieren – nicht mit abstrakten Debatten oder ewigen Planungen, sondern mit konkreten Maßnahmen. Deshalb schaffen wir hier eine direkte und kurzfristig wirksame Lösung, um besonders diejenigen zu schützen, die durch hohe Temperaturen am meisten gefährdet sind“, erklärt Umweltminister Ingmar Jung.
„Der außergewöhnlich heiße Sommer hat erneut gezeigt, dass Hitze eine erhebliche gesundheitliche Belastung für ältere Menschen sowie für Menschen mit Vorerkrankungen darstellt. Die zahlreichen Hitzetage und insbesondere die tropischen Nächte haben allen Menschen verdeutlicht, dass Hitzeschutz weiter gestärkt werden muss. Gerade auch Pflegeeinrichtungen brauchen wirksame Möglichkeiten, ihre Bewohnerinnen und Bewohner zu schützen. Deshalb ist es gut, dass jetzt die Heime ganz praktisch bei der Anschaffung von Klimaanlagen durch das Land unterstützt werden können“, sagte Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz.
„Wir als Landesregierung arbeiten dafür, die Bedingungen in der frühkindlichen Bildung und damit auch deren Qualität kontinuierlich weiter zu verbessern. Dazu zählt, für Kinder und Fachkräfte auch in Phasen großer Hitze Rückzugsräume und ein Umfeld zu schaffen, das verantwortungsvolle pädagogische Arbeit überhaupt erst ermöglicht – und vor allem die Kinder schützt. Ich danke Minister Jung und seinem Haus für die schnelle und pragmatische Lösung, die mit der Hitzehilfe für Hessen nun gefunden wurde und die ermöglicht, die Situation in den Einrichtungen schon mit Blick auf den kommenden Sommer zu verbessern“, fügt Sozialministerin Heike Hofmann hinzu.
Bürokratiearm und flexibel: Förderung für mehr als 6000 Anlagen pro Jahr möglich
Das Förderprogramm soll bewusst bürokratiearm ausgestaltet werden. Antragsberechtigt werden kommunale, freigemeinnützige und private Träger von Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten sein. Pro Standort ist eine Förderung von bis zu 5000 Euro vorgesehen. Damit können in den Kitas und Pflegeeinrichtungen flexibel Kälteinseln geschaffen werden, die bei Hitze konkrete Erleichterung schaffen. Damit könnten jährlich mehr als 6000 Anlagen in Hessen gefördert werden. Von der Unterstützung profitieren nicht nur Pflegebedürftige und Kinder, sondern auch die Menschen, die sie täglich betreuen und versorgen.
„Die Klimaanlagen werden bereits im kommenden Sommer für spürbare Entlastung sorgen“, betont Jung. „Genau diese pragmatische und wirksame Unterstützung braucht es jetzt. Denn beim Klimawandel und seinen Folgen fehlt es heute nicht mehr an Erkenntnissen. Entscheidend ist, aus diesem Wissen konkrete Maßnahmen abzuleiten. Mit dem neuen Förderprogramm setzen wir genau dort an. Wir schaffen einen gezielten Anreiz für Investitionen, die bislang häufig an begrenzten finanziellen Spielräumen scheitern. Darum handeln wir jetzt und schaffen dort wirksamen Schutz, wo er dringend gebraucht wird.“