„Ein Beispiel für einen Archivboden ist der Kohlenmeilerboden. Er erzählt von der historischen Waldnutzung und der früheren Bedeutung von Holzkohle als Energieträger“, erklärte Staatssekretär Michael Ruhl anlässlich der Eröffnung des 42. Kohlenmeilerfestes in Eppstein-Ehlhalten. Der Staatssekretär übernahm dabei die Entzündung des Kohlenmeilers und erinnerte an die einstige große wirtschaftliche Bedeutung dieses Handwerks: „Kohlenmeilerböden sind in den Wäldern von Eppstein weit verbreitet, die Köhlerei ist Teil unserer Heimatgeschichte.“
Der Motorsportclub MSC Ehlhalten e.V. richtet seit 1982 jährlich das Kohlenmeilerfest aus. Die Veranstaltung lässt die Geschichte der Heimat wieder aufleben und hält diese Handwerkskunst lebendig. Staatssekretär Ruhl dankte dem MSC Ehlhalten und allen Aktiven und Unterstützern des Festes für ihr Engagement. „Das Fest hält ein altes Handwerk lebendig, bringt Menschen zusammen und leistet so einen wichtigen Beitrag für unsere Gemeinschaft.“
Archivboden ist der „Boden des Jahres 2026“
„Da steckt Geschichte drin“ ist das Motto des „Boden des Jahres 2026“, den Archivboden. Böden auf denen einst Kohlenmeiler brannten, um Holzkohle zu gewinnen, sind solche Archivböden. Ob ehemalige Kohlenmeiler, die tropische Roterde der „Eisernen Hose“ bei Lich oder Moore: Böden konservieren Spuren vergangener Epochen. „Unsere Böden erzählen faszinierende Geschichten von verschwundenen Meeren bis hin zur harten Arbeit der Köhler in unseren Wäldern“, betonte Staatssekretär Michael Ruhl. „Sie sind Ausdruck unserer Wirtschaftsgeschichte und Teil unserer kulturellen Identität.“
Böden übernehmen zahlreiche lebenswichtige Funktionen: Sie speichern Wasser, filtern Schadstoffe, bieten Pflanzen Halt und sind Lebensraum für unzählige Organismen. Dennoch wird ihre Bedeutung im Alltag oft unterschätzt. Staatssekretär Ruhl betonte die Bedeutung des Bodens als unsere Lebensgrundlage und warb für mehr Bodenbewusstsein und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Böden. „Wir alle tragen Verantwortung dafür, dass künftige Generationen gesunde Böden vorfinden.“
Hintergrund
Seit 2005 kürt das Kuratorium „Boden des Jahres“ jedes Jahr einen Boden, um die Öffentlichkeit für den Wert und die Gefährdung dieser begrenzten Ressource zu sensibilisieren. Der Besuch des Kohlenmeilerfestes Eppstein-Ehlhalten ist Teil der hessenweiten Aktivitäten im Rahmen der Schirmherrschaft des Landes Hessen zum „Boden des Jahres 2026“. Gemeinsam mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) und zahlreichen Partnern – darunter Geo- und Naturparke, HessenForst, Museen und Kommunen – werden im gesamten Jahr Ausstellungen, Bildungsangebote und Aktionen zum Thema Archivboden umgesetzt. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Boden als elementare Ressource zu stärken und möglichst viele Menschen zu motivieren, Verantwortung für Bodenschutz zu übernehmen.
Weitere Informationen sowie Materialien zur Aktion „Boden des Jahres“:
https://landwirtschaft.hessen.de/umwelt/bodenschutz/boden-des-jahres-2026
https://www.hlnug.de/themen/boden/erleben/boden-des-jahres