Werden Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt, Gebäude abgerissen oder Neubauten errichtet, fällt eine Vielzahl verschiedener Abfälle an. Das Spektrum reicht von mineralischen Abfällen wie Ziegel, Beton, Mauerwerk, Asphaltdecken über weitere Fraktionen wie Holz, Glas, verschiedene Metalle, Kunststoffe und Dämmmaterial. Aufgrund der Menge an Bautätigkeiten in Deutschland machen die Bau- und Abbruchabfälle bei den mineralischen Abfällen den größten Abfallstrom aus.
Obwohl bereits über 90 % der Bau- und Abbruchabfälle einer stofflichen Verwertung zugeführt werden, werden dabei gleichzeitig aber nur 10 bis 15 % des Baustoffbedarfs durch Recyclingbaustoffe (RC-Baustoffe) gedeckt (ca. 3,6 Mio. Tonnen). Der größte Teil der mineralischen Bau- und Abbruchabfälle wird bei anderen Verwertungsmaßnahmen, wie der Verfüllung von Abgrabungen (über 50 %) eingesetzt.
Die großen Abfallmengen und das Recyclingpotenzial der mineralischen Abfälle zeigen die Wichtigkeit, sich in diesem Bereich in besonderem Maße für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft einzusetzen. Ziel einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft muss es sein, Abfälle einer möglichst hochwertigen Verwertung, bspw. als Baustoff oder Zuschlagstoff im Hochbau nach einer Aufbereitung in einer Bauschuttrecyclinganlage, zuzuführen.
Mit Baustoffrecycling wird der Eingriff in den Naturhaushalt für die Gewinnung von Baustoffen ebenso vermindert, wie der Bedarf an Deponieraum. Beides ist in Hessen kostbar und begrenzt. Zusätzlich werden Treibhausgasemissionen und Kosten für die Erschließung und den Betrieb von Deponien gespart.
Der konventionelle Neubau ist nicht nur extrem ressourcenintensiv, er ist ebenso für einen erheblichen Teil der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Herstellung, der Transport und der Einbau von Primärbaustoffen verbrauchen enorme Mengen an Energie, was zu hohen CO₂-Emissionen führt. Durch eine gesteigerte Substitution der Primärbaustoffe durch Sekundärbaustoffe, also den Einsatz von Recycling-Materialien wie z.B. Beton, Ziegel, Bauschutt und Boden, lassen sich diese Emissionen deutlich senken.
Im Sinne der Kreislaufwirtschaft aktiv
Im Folgenden finden Sie Informationen zu einzelnen Bereichen, in denen das HMLU mit dem Ziel einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft als integraler Bestandteil des Ressourcenschutzes aktiv ist.
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