Vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer: Ein europäisches Grünes Band
Die stark befestigten Sicherungsanlagen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und darüber hinaus führten dazu, dass sich in dieser dünn besiedelten Region eine einzigartige Naturlandschaft mit schützenswerten Biotopstrukturen entwickeln konnte. Nach dem Fall des „Eisernen Vorhanges“ entstanden erste Initiativen mit dem Ziel, den ehemaligen Grenzstreifen mit der Bezeichnung „Grünes Band“ als Erinnerungslandschaft und gleichzeitig als Biotopverbundsystem für den Natur- und Artenschutz zu erhalten.
Gemeinsam mit den Umweltministerien der anderen Bundesländer wurde sich bei der Umweltministerkonferenz (UMK) 2019 einstimmig für ein Grünes Band Deutschland ausgesprochen. Neben Hessen als einzigem westdeutschen Bundesland haben Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen das Grüne Band mittlerweile als Nationales Naturmonument (NNM) ausgewiesen.
Anfang 2023 beschloss der Hessische Landtag das Gesetz über das Nationale Naturmonument „Grünes Band Hessen“. Damit wurde Hessen Teil eines der bedeutendsten Naturschutzprojekte Europas. Mit der Novellierung des Gesetzes im Jahr 2026 wurde unter anderem die Zonierung angepasst und der Dreiklang aus Naturschutz, Erinnerungskultur und Regionalentwicklung hervorgehoben.