Staatssekretär Michael Ruhl (M.) und die Mitglieder des Runden Tischs beim Treffen im HMLU.

Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat

Sechs konkrete Maßnahmen zur Stärkung der hessischen Mundart beschlossen

Hessens Runder Tisch Dialekt hat getagt und zentrale Ergebnisse seiner bisherigen Arbeit vorgestellt.

Hessens Runder Tisch Dialekt hat getagt und zentrale Ergebnisse seiner bisherigen Arbeit vorgestellt. Im Mittelpunkt der ersten Arbeitsphase des vom Heimatministerium initiierten Gremiums stand eine breit angelegte Ideensammlung: Eine eigens eingesetzte Arbeitsgruppe hat insgesamt 86 Projektideen zusammengetragen.

Diese wurden thematisch gebündelt und in einem nächsten Schritt zu sechs konkreten Maßnahmenvorschlägen verdichtet, die nun weiter ausgearbeitet und schrittweise umgesetzt werden sollen. Drei Handlungsfelder stehen hier im Mittelpunkt: Bildung, Erlebbarkeit sowie Stärkung und Sichtbarkeit.

  • Bildung: Hier ist unter anderem ein modularer „Methodenkoffer Dialekt und Sprachvielfalt“ geplant, der Lehrkräfte mit Unterrichtsmaterialien und Fortbildungsangeboten unterstützt. Ergänzend dazu soll eine Projektwoche „Sprache vor Ort“ Schulen ermöglichen, Dialekt kreativ und praxisnah zu vermitteln. Auch für den Elementarbereich ist ein eigenes Konzept vorgesehen, das Kinder spielerisch an die hessische Sprach- und Dialektwelt heranführt.
  • Erlebbarkeit: Eine digitale Vernetzungsplattform sowie neue Veranstaltungsformate sollen entwickelt werden, um Dialekte erlebbarer zu machen. Geplant sind unter anderem Festivals, Poetry-Slams und die Einbindung von Mundartformaten in bestehende Großveranstaltungen, wie Stadtfeste oder den Hessentag.
  • Sichtbarkeit: Mit der geplanten Wanderausstellung „Hessisch lebt“ soll Dialektgeschichte anschaulich und interaktiv vermittelt werden – von wissenschaftlichen Grundlagen bis hin zu regionalen Besonderheiten vor Ort.

„Wir wollen Dialekt dahin bringen, wo die Menschen sind – in Schulen, auf Feste, in den Alltag und auch in die digitale Welt“, betont Heimatminister Jung weiter. „Unsere Sprache erzählt Geschichten, stiftet Identität und schafft Gemeinschaft. Gerade in einer vielfältigen Gesellschaft ist das ein unschätzbarer Wert.“

Erste Pilotprojekte sollen 2026 starten

Die Maßnahmen befinden sich derzeit in der weiteren konzeptionellen Ausarbeitung. Erste Pilotprojekte sollen bereits im Laufe des Jahres 2026 starten. Der Runde Tisch Dialekt wird den Prozess weiterhin eng begleiten und wissenschaftlich fundiert evaluieren.

Heimatminister Ingmar Jung betont die Bedeutung dieses Prozesses: „Dialekt ist gelebte Heimat – aber eben keine rückwärtsgewandte. Unser Ziel ist es, hessische Mundarten modern, kreativ und offen zu vermitteln. Sie sollen verbinden, nicht abgrenzen. Der Runde Tisch Mundart zeigt eindrucksvoll, wie Tradition und Zukunftsfreude zusammengehen können.“

Hintergrund

Das vom Heimatministerium initiierte Gremium bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Bildung, Ehrenamt und Politik zusammen, um die hessischen Dialekte als lebendigen Teil der kulturellen Identität zu stärken und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Damit setzt das Heimatministerium ein klares Zeichen: für die Wertschätzung sprachlicher Vielfalt, für kulturelle Teilhabe und für ein Hessen, das seine Traditionen selbstbewusst lebt – und zugleich ein weltoffenes und tolerantes Zuhause für alle Menschen ist.

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