Seit dem frühen 16. Jahrhundert wurde das Gelände der Richelsdorfer Hütte durch Berg- und Hüttenwesen genutzt, später dann industriell. Zunächst wurden Kupfererze aufbereitet, anschließend Schwerspat und Weißpigmente hergestellt. Dabei wurden mehr als 110.000 Kubikmeter Produktionsrückstände, teilweise hoch mit Schwermetallen belastet, aufgehaldet. 2023 wurde mit der Sanierung der Rückstandshalde begonnen, die 2025 weitestgehend fertiggestellt werden konnte.
Zum Ende der Baumaßnahme besuchte Umweltstaatsekretär Michael Ruhl am Donnerstag die gesicherte Rückstandshalde am ehemaligen Standort der Richelsdorfer Hütte. Er informierte sich vor Ort über Umfang und Auswirkungen der Altlastensanierung. „Ich freue mich, dass wir mit dem Ende der Baumaßnahmen zur Sicherung der Rückstandshalde das Vorhaben zu einem guten Abschluss bringen konnten“, sagte Staatssekretär Ruhl. „Alle Beteiligten hatten das gemeinsame Ziel stets vor Augen: die Abwehr von Gefährdungen aus den Bergbaufolgen. Ich bin allen Beteiligten dankbar für die hervorragende Zusammenarbeit, sowohl den kommunalen und Landesbehörden als auch den privaten Grundstückseigentümern. Sie können stolz auf die hier geleistete Arbeit sein. In Richelsdorf wurden im wahrsten Sinne des Wortes Berge versetzt“, lobte Ruhl.
Regierungspräsident Mark Weinmeister ergänzte: „Die Sanierung der Bergbaualtlasten hat den Einwohnerinnen und Einwohnern von Richelsdorf wie auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meiner Behörde einiges abverlangt. Insbesondere um die Sanierung der betroffenen Privatgrundstücke haben wir eine teilweise harte, aber stets konstruktive Auseinandersetzung geführt. Umso mehr freue ich mich, dass wir heute gemeinsam den erfolgreichen Abschluss der Sanierungsarbeiten begehen können. Mein Dank an alle Beteiligten für diese jahrelange gemeinsame Anstrengung.“
Bereits seit den Neunzigerjahren ist hier eine Grundwasserreinigungsanlage in Betrieb, da sich im Laufe der Zeit die Belastungen des Bergbaus auch in den Boden und das Grundwasser verlagerten. Um die Gefährdung für Anwohner, Boden und Grundwasser durch den fortgesetzten Schadstoffeintrag jedoch dauerhaft zu unterbinden, war die Sicherung des Schadstoffherds selbst notwendig. Dazu musste mehr als die Hälfte der Altablagerung innerhalb des Baufeldes bewegt werden.
Nach der Herstellung der neuen Haldengeometrie wurde die gesamte Oberfläche des Bauwerks, rund 18.500 Quadratmeter, mit einem System aus mineralischen und kunststoffbasierten Dichtungselementen abgedeckt und gegen die Einwirkung von Niederschlagswasser gesichert. Durch die damit gewährleistete Unterbrechung des Kontaktes zwischen dem belastetem Haldenkörper und Niederschlags- und Grundwasser sind die Weichen gestellt, um den dauerhaften Betrieb der Grundwasserreinigungsanlage und die damit verbundenen Kosten nach und nach zurückfahren zu können.
Der Haldensicherung vorausgegangen war bereits die Sanierung von schwermetallbelasteten Privatgrundstücken, die im Jahr 2023 erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
Hintergrund
Die Maßnahmen wurden mit Mitteln des Landes Hessen auf Veranlassung des Regierungspräsidiums Kassel durchgeführt. Mit der Projektsteuerung hat das Land Hessen die HIM GmbH, Bereich Altlastensanierung (HIM-ASG), beauftragt. Seit Beginn der Sanierung durch die HIM-ASG 1992 bis Ende 2025 wurden rund 18,3 Millionen Euro für die Sicherung und Sanierung des Bergbaualtstandortes verwendet.
Neben diesem Projekt gibt es noch mehr als 60 weitere, die vom Land Hessen beauftragt wurden und durch die HIM-ASG bearbeitet werden. Das Land wird dann tätig, wenn der ursprüngliche Verursacher nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann und eine Gefahr für Boden, Grundwasser oder insbesondere die Anwohner besteht.