Nach der Vorstellung des Gesetzentwurfs für das Grüne Band Hessen durch Umwelt- und Heimatminister Ingmar Jung im Hessischen Landtag gibt es jetzt weitere Neuigkeiten rund um das Nationale Naturmonument entlang des ehemaligen Grenzstreifens: Mit der Internetseite www.gruenesbandhessen.deÖffnet sich in einem neuen Fenster geht das Land Hessen den nächsten Schritt bei dem Vorhaben, die Region als Erholungs- und Reiseziel für einen natur- und geschichtsnahen Tourismus zu entwickeln. Mit der Ausweisung des Grünen Bands Hessen wird nicht nur die Natur im hessischen Abschnitt von Europas größtem Biotopverbund unter Schutz gestellt. Das Land hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung sowohl an die Teilung Deutschlands als auch an deren friedliche Überwindung aufrecht zu erhalten und die bestehenden Gedenkstätten und -orte zu fördern.
Anfang Februar hatte Staatsminister Jung den Gesetzentwurf für das Grüne Band Hessen im Landtag vorgestellt, der auf Kooperation und Freiwilligkeit statt Vorgaben und Ordnungspolitik setzt. Das Gesetz ist im engen Austausch mit den Menschen vor Ort entstanden. Unter anderem hatte das Ministerium Bürgerdialoge vor Ort veranstaltet, bei denen Landnutzer, Naturschützer und interessierte Bürger ihre Anregungen vorbrachten. Vieles davon findet sich nun in dem Gesetzentwurf wieder, der Erinnerungskultur, wirksamen Naturschutz und nachhaltige Regionalentwicklung verbindet.
Diese Verbindung wird nun auch in den Elementen der neuen Webseite deutlich: Herzstück der Website ist eine interaktive Karte, auf der alle Grenzmuseen und Erinnerungsorte vermerkt sind. Darüber hinaus sind dort die qualitativ hochwertigen Wander- und Radwege am Grünen Band sowie das Kanurevier Werra zu finden. Für alle Ziele gibt es auf der Website detaillierte Informationen, Kontaktdaten, Anreiseempfehlungen, GPS-Daten sowie, soweit verfügbar, herunterladbare Karten und Broschüren. Auch grundlegende Informationen über das Grüne Band auf deutscher und europäischer Ebene sind zu finden. Ein regionsübergreifender thematischer Veranstaltungskalender wird das Angebot noch ergänzen.
Alle drei hessischen Landkreise am Grünen Band haben sich an der Ausgestaltung der Website beteiligt und Informationen zugeliefert. Neben den mit der Betreuung des Schutzgebietes beauftragten Landschaftspflegverbänden im Kreis Hersfeld-Rotenburg und im Werra-Meißner-Kreis haben sich das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön für den Kreis Fulda sowie die Tourismusbeauftragten des Kreises Hersfeld-Rotenburg, der Rhön GmbH und der Nördlichen Kuppenrhön für die Website engagiert. Auch die LEADER-Regionen liefern Informationen zu. Die Website wurde vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt finanziert und vom Geo-Naturpark Frau-Holle-Land erstellt, der als Marketinggesellschaft des Werra-Meißner-Kreises über die notwendige Expertise verfügt. Als Landschaftspflegeverband des Werra-Meißner-Kreises betreut der Geo-Naturpark zugleich etwa die Hälfte der Fläche des Nationalen Naturmonuments.
Hintergrund zum Grünen Band Hessen
Dort, wo einst der Eiserne Vorhang Menschen trennte, steht das Grüne Band heute für den friedlichen Wandel, Freiheit und die Verantwortung, die sich aus der Geschichte ergibt. Entlang der hessisch-thüringischen Landesgrenze verbindet es Erinnerungskultur mit einem zukunftsgerichteten Ansatz für Natur- und Regionalentwicklung. Neben seiner historischen Bedeutung ist das Grüne Band ein bedeutender Naturraum. Als längster durchgehender Biotopverbund leistet es einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt, stärkt den Artenverbund und ermöglicht den genetischen Austausch von Tier- und Pflanzenarten.
Das Grüne Band Hessen wurde 2023 als Nationales Naturmonument unter Schutz gestellt. Damit wurde ein entsprechender Beschluss der Umweltministerkonferenz umgesetzt. Seit Januar 2024 steht das Grüne Band offiziell auf der deutschen Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe.