Forstminister Ingmar Jung vor Ort im Forstamt Hanau-Wolfgang.

Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat

Forstminister Ingmar Jung dankt Einsatzkräften im Forstamt Hanau-Wolfgang

Nach einem der größten Waldbrände in Hessen seit 30 Jahren hat sich der Forstminister vor Ort ein Bild gemacht. Rund 30 Hektar Waldbrandfläche sind hier entstanden.

Hessens Forstminister Ingmar Jung hat sich heute bei einem Besuch im Forstamt Hanau-Wolfgang über die durch den großen Waldbrand am 10. August entstandenen Schäden im Staatswald informiert. Jung bedankte sich für den großen Einsatz der Feuerwehren, der Brandschutzdienststellen und der Beschäftigten des Forstamts Hanau-Wolfgang. „Die beteiligten Einsatzkräfte haben hier hochprofessionell und mit großer Geschwindigkeit einen der größten Waldbrände in Hessen in den vergangenen 30 Jahren bekämpft. Durch ihr schnelles und entschlossenes Handeln konnten benachbarte Waldbestände geschützt und eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert werden. Dafür gebührt ihnen großer Dank“, sagte Jung.

Der Forstminister betonte, dass landesweit sehr große Schäden bislang nur durch das rasche und geschulte Zusammenwirken vieler Kräfte bei der Waldbrandvorsorge und Waldbrandbekämpfung verhindert werden konnten. Hierzu zählt neben den vorsorgenden Maßnahmen der Forstverwaltung insbesondere die gute Zusammenarbeit von Feuerwehr und Forstleuten im Einsatzfall.

„Mein besonderer Dank gilt den örtlichen Feuerwehren und vielen freiwilligen Helfern, die unter großem persönlichem Einsatz größere Schäden an vielen Stellen in Hessen verhindert haben. Stellvertretend für alle möchte ich hier die mehrtägigen, sehr intensiven Einsätze von mehreren Hundert Kräften zur Bewältigung größerer Waldbrände in den Landkreisen Rheingau-Taunus und Main-Kinzig nennen“, so Jung.

Das Forstministerium misst der Waldbrandvorsorge und der Verhinderung von Waldbränden hohes Gewicht bei, wie Jung betonte. Das belegt eine Reihe von Maßnahmen:

Waldbau:

Der Waldbau im Staatswald unterstützt den vorbeugenden Brandschutz durch den Umbau von Nadelbäumen geprägten Wäldern hin zu artenreichen Mischwäldern durch die Försterinnen und Förster. „Das reduziert langfristig die Waldbrandgefahr. Auch für die Minimierung des Waldbrandrisikos benötigen unsere hessischen Forstleute vollen Zugriff auf die breite Palette möglicher Baumarten. Eingebrachte Laubbäume müssen gleichermaßen resistent gegen Trockenstress und weniger anfällig gegen Waldbrände sein“, betonte Jung. Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Roteiche ist ein gutes Beispiel dafür. Durch die Aussetzung der FSC-Zertifizierung ist den Forstexperten hier mehr Gestaltungsspielraum ermöglicht worden. Auch die neuen Waldentwicklungsziele, die Hessen 2025 beschlossen hatte, helfen hierbei.

Wasserrückhalt:

Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die Förderung des Wasserrückhalts im Wald. Durch die Renaturierung von Waldmooren und Gewässern, die Anlage von Teichen und Versickerungsmulden oder das Verschließen und Umleiten von Gräben soll für mehr brandresistente, feuchte Waldbereiche gesorgt werden.

2024 und 2025 wurden hierfür rund 3,6 Millionen Euro durch den Landesbetrieb HessenForst aus den Mitteln des Klimaplan Hessen verausgabt. 2026 stehen dem Landesbetrieb für diese Maßnahmen weitere 1,5 Millionen Euro aus dem Klimaplan Hessen zur Verfügung.

Technische Ausstattung:

Der Landesbetrieb HessenForst hat seine technische Ausrüstung im Bereich Waldbrand in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Alle Revierleiterinnen und Revierleiter verfügen über Löschwasserrucksäcke. Spezielle Forstschlepper wurden zusätzlich beschafft, die Arbeiten im Wald auch im Waldbrandfall erleichtern.

Waldbrandpräventionskonzept

2025 hat HessenForst ein Waldbrandpräventionskonzept in Kraft gesetzt. Ziel des Konzeptes ist es, besonders gefährdete Waldbereiche zu identifizieren und Präventionsmaßnahmen wie etwa Waldumbau und Reduktion von Totholz prioritär dort umzusetzen. Das Konzept steht allen Waldbesitzern auf der Website des Landesbetriebs als DownloadÖffnet sich in einem neuen Fenster zur Verfügung.

Übungen:

Gemeinsame Waldbrandübungen der örtlichen Feuerwehren mit den Forstämtern des Landesbetriebs finden regelmäßig statt. Zudem werden Führungskräfte aller Forstämter regelmäßig in der Landesfeuerwehrschule fortgebildet. „Diese gemeinsamen Übungen und Fortbildungen mit den Feuerwehren sind besonders wichtig, um auch in der Krise die richtigen Ansprechpartner zu kennen“, betonte Jung.

Waldbrandeinsatzkarten:

Landesweite, einheitliche digitale Karten mit relevanten Daten zum Wegezustand im Wald ermöglichen den Einsatzkräften im Falle eines Waldbrandes einen schnellen Lageüberblick und einen zügigen und gezielten Einsatz vor Ort.

Insbesondere in schwer erreichbaren Wäldern mit langen Zufahrtwegen ist die Löschwasserversorgung herausfordernd. Die vorsorgende Identifizierung von geeigneten Plätzen zum Aufbau von mobilen Wasserbehältern durch die Forstämter zusammen mit den örtlichen Feuerwehren und deren Verankerung in den Waldbrandeinsatzkarten ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Waldbrandvorsorge.

Hessisches Waldgesetz:

Mit dem im Mai 2026 novellierten Hessischen Waldgesetz wurde die Waldbrandvorsorge auch im Gesetz gestärkt. „Damit haben wir gesetzgeberisch auf die zunehmenden Gefahren durch Waldbrände in unserem Land reagiert“, erklärte der Forstminister. So können die Unteren Forstbehörden waldbrandrelevante Informationen wie etwa Wegedaten bei Waldbesitzern einfordern oder diese Daten selbst erheben.

Hintergrund

Im laufenden Jahr gab es in Hessen rund 140 Waldbrände mit ca. 55 Hektar Schadfläche, davon etwa 30 Hektar im Bereich Rodenbach bei Hanau. Insgesamt sind das rund 75 Fußballfelder. Die Feuerwehr nennt für den Brand in Rodenbach eine Fläche von 51 Hektar. Dabei handelt es sich um die Einsatzfläche der Feuerwehr, die erfahrungsgemäß größer als die von den Forstämtern erfasste Fläche mit Schäden.

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