Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (Mitte) beim Austausch mit der Hessischen Landjugend auf dem Hof der Familie Hensche in Bad Arolsen.

Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat

Regionale Wertschöpfung, innovative Technik und spannende Begegnungen

Staatsminister Ingmar Jung zieht nach seiner Sommertour quer durch Hessen ein positives Fazit.

Von Kassel bis Darmstadt, von Rheingau und Taunus bis in die Rhön: Die diesjährige Sommertour hat Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, einmal quer durch Hessen und wieder zurück geführt. Eineinhalb Wochen lang reiste Jung durchs Land und traf dabei auf Menschen, die Verantwortung für unsere Heimat übernehmen und sich aktiv engagieren – in der Landwirtschaft, im Naturschutz und in den ländlichen Regionen. „Die vergangenen Tage waren geprägt von vielen Begegnungen, spannenden Einblicken und einem gewinnbringenden Austausch. Es ist für mich immer wieder beeindruckend, was es in Hessen alles zu entdecken gibt und mit wie viel Herzblut die Menschen ihren Aufgaben für Umwelt und Landwirtschaft nachgehen. Ich bedanke mich bei allen, die uns im Rahmen der Sommertour so herzlich empfangen und mir wichtige Einblicke in ihre praktische Arbeit ermöglicht haben.“

Neben der Vorstellung der neuen Streuobstförderrichtlinie, der Verleihung des Staatsehrenpreises Rinderzucht und dem Festakt zur Vorstellung der neuen Förderschwerpunkte bei der Dorfentwicklung konnte Heimatminister Jung auch eine Reihe von Förderbescheiden übergeben. Im Rahmen des Programms Dorf- und Regionalentwicklung wurden in Homberg (Efze) und in Tann Fördermittel übergeben, für das Förderprogramm Starkes Dorf+ überreichte Jung Bescheide in Gladenbach, Wetter, Idstein, Tann und Schlitz.

Die nachfolgenden Termine waren ebenfalls Teil der Sommertour von Staatsminister Jung:

Feierlichkeiten zu 100 Jahre Fleischerei Kohl-Kramer

Der Auftakttermin seiner Sommertour führte Landwirtschaftsminister Jung nach Nordhessen. In Borken-Trockenerfurth feierte die Traditionsfleischerei Kohl-Kramer ihr 100-jähriges Bestehen und hatte zum Talk „Politik trifft Ahle Wurscht“ eingeladen. Dabei hob Jung die Bedeutung von Traditionsbetrieben hervor, die fest in ihren Regionen verankert sind und Wertschöpfung betreiben: „Wir brauchen genau solche Betriebe, die unser Kulturgut nach außen tragen, so ihr Handwerk beherrschen und dafür sorgen, dass wir mit guten, regionalen Lebensmitteln versorgt werden.“

Betriebsbesichtigung mit der hessischen Landjugend

Auf dem Hof der Familie Hensche in Bad Arolsen-Helsen kam Landwirtschaftsminister Jung nach einem Hofrundgang mit Vertreterinnen und Vertretern der Hessischen Landjugend zu einem Austausch zusammen. Auf der Agenda standen unter anderem Themen wie die Zukunft der Landwirtschaft, Planungssicherheit und Generationenwechsel. „Wer junge Menschen für die Landwirtschaft gewinnen will, muss ihnen Verlässlichkeit geben – bei der Förderung, bei Investitionen und bei der Hofnachfolge“, erklärte Jung.

Technikinstallation am Ober-Mooser Teich

Aufs Wasser ging es für Umweltminister Jung dann im Vogelsbergkreis. Gemeinsam mit Maik Sommerhage, Landesvorsitzender NABU Hessen, und Prof. Dr. Simon Thorn, Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte wurde per Schlauchboot eine kleine Teichinsel im Ober-Mooser Teich angesteuert, um dort eine Bioakustik-Station einzurichten. Die Technik hilft dabei, die heimischen Vögel im Vogelschutzgebiet möglichst flächendeckend zu erfassen und ihre Entwicklung zu beobachten. „Das Naturschutzgebiet und das Vogelschutzgebiet sind ein Rückzugsort für die biologische Vielfalt unserer heimischen Vogelwelt in Hessen und gleichzeitig ein wertvoller Naherholungsraum für die Menschen in der gesamten Region. Die innovative Technik, die wir hier heute sehen, setzt neue Maßstäbe für ein zukunftsweisendes Biodiversitätsmonitoring in Hessen. Nichtsdestotrotz bleiben aber das Engagement der NABU-Mitglieder und ihre unzähligen Vogelbeobachtungen eine tragende Säule des Naturschutzes.“

Rebhuhnschutz in der Wetterau

In Reichelsheim in der Wetterau konnte Landwirtschaftsminister Jung Einblicke in ein bundesweit beachtetes Rebhuhnschutzprojekt gewinnen. Der Rebhuhnhegering Wetterau sorgt hier für die deutschlandweit höchste Rebhuhndichte. „Wir haben an vielen Stellen gesehen, wie es gelingen kann, Populationen zu erhalten und zu vergrößern. Hier haben wir ein ganz tolles Beispiel dafür, wenn Landnutzug und Umweltschutz sich nicht als Gegeneinander verstehen, sondern pragmatisch zusammenarbeiten und gemeinsam Lösungen suchen“, betonte Jung nach seinem Besuch.

Hofbesichtigung mit Bodenstudien

Eine weitere Hofbesichtigung führte Landwirtschaftsminister Jung nach Ebsdorfergrund im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Betrieb Hof Capelle ist Teil des Praxisforschungsnetzwerks der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen. Die Betreiberfamilie Arndt arbeitet eng mit Wissenschaftlern an Lösungen für die Zukunft der Landwirtschaft. Beim Rundgang über den Betrieb ging es auch um die Frage, wie landwirtschaftliche Böden fit gemacht werden können, um bei Starkregen ausreichend Wasser aufzunehmen. Jung sagte dazu: „Der Blick auf den Boden war dabei besonders spannend: Der vielfältige Nutzen von Kleegras im Ackerbau, von Grundwassererhalt bis Bodenfruchtbarkeit, hat uns erneut gezeigt, was alles in unseren Böden steckt.“

Besuch Rheingauer Weingüter mit Amtskollegin Christine Schneider

Im Rheingau wurde Weinbauminister Jung von seiner rheinland-pfälzischen Amtskollegin Christine Schneider beim Besucher zweier Weingüter begleitet. Zunächst traf man sich bei Robert König in Rüdesheim zum gemeinsamen Austausch, an dem auch der Rheingauer Weinbaupräsident Peter Seyffardt teilnahm. Umgeben von Weinreben ging es bei den Gesprächen unter anderem um die Steillagenförderung, die Stärkung des deutschen Weinmarktes und die Herausforderungen, die der Klimawandel für die Winzerinnen und Winzer mit sich bringt. Im Anschluss führte es die Gruppe nach Lorch zum Weingut Carolin Weiler. Dort stand eine Besichtigung des Schieferkellers an. „Ich freue mich sehr, dass meine Amtskollegin Christine Schneider mit mir in den Rheingau gekommen ist. Wir arbeiten beide zielgerichtet an Lösungen, die den Weinbau in die Zukunft führen und unsere Winzerinnen und Winzer stärken. Um die Wertschöpfung vor Ort zu sichern und unsere Kulturlandschaften zu erhalten, ziehen wir an einem Strang“, betonte Jung.

Artenschutz im Steinbruch

Im Steinbruch in Groß-Bieberau kooperieren der NABU Hessen und die Mitteldeutsche Hartstein-Industrie AG (MHI) seit Jahren erfolgreich für den Erhalt seltener Arten. Umweltminister Jung besuchte das Artenschutzprojekt gemeinsam mit dem NABU-Landesvorsitzenden Maik Sommerhage, MHI-Vorstandssprecher Christoph Hagemeier und Florian Dangel, Leiter Umweltpolitik der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände. Jung sagte dazu: „Der Steinbruch Groß-Bieberau ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie praktischer Naturschutz und nachhaltige wirtschaftliche Nutzung erfolgreich miteinander in Einklang gebracht werden können. Seit mehr als zehn Jahren setzen Nabu und MHI hier mit ihrer Zusammenarbeit ein wichtiges Zeichen für den Artenschutz und bauen dabei auf Kooperation. Mit diesem Ansatz schaffen sie in Hessen gemeinsam Lebensraum für seltene Arten wie die Kreuzkröte oder die Gelbbauchunke.“

Waldmonitoring aus der Luft

Jede Menge Bilder und Eindrücke aus der Vogelperspektive gab es im Biosphärenreservat Rhön zu sehen: Umweltminister Jung war dabei, als hier neue Aufnahmen für das Kernzonenmonitoring via Drohne angefertigt wurden. Damit werden wichtige Daten und wertvolle Erkenntnisse über den Zustand des Waldes im Biosphärenreservat zusammengetragen. „Mit dem Einsatz von Drohnen für das Waldmonitoring wollen wir herausfinden, wie sich große Waldflächen effizienter und präziser erfassen lassen. Wer unsere Wälder erhalten will, muss ihre Entwicklung verstehen. Dafür stellen wir in diesem Jahr 200.000 Euro zur Verfügung“, erklärte Jung.

Handwerk und Innovation im Gartenbau

Der letzte Termin der Sommertour führte Landwirtschaftsminister Jung in das Fischer-Pflanzen-Zentrum Blumenau nach Rodgau. Gemeinsam mit Vertretern des Gartenbauverbands Baden-Württemberg-Hessen informierte er sich vor Ort unter anderem über Herausforderungen und Perspektiven des hessischen Gartenbaus. Der familiengeführte Betrieb der Gebrüder Fischer zeigt, wie moderne Gewächshaustechnik, ressourcenschonende Bewässerungssysteme, der Einsatz von Nützlingen sowie eine starke regionale Ausrichtung wirken. „Unsere Gärtnereien leisten jeden Tag einen sehr wichtigen Beitrag für die regionale Versorgung, den Umwelt- und Klimaschutz sowie für lebenswerte Städte und Gemeinden. Sie verbinden handwerkliches Können mit innovativen Lösungen und wirtschaften mit großem Verantwortungsbewusstsein. Umso wichtiger ist es, dass wir ihnen den Rücken stärken und dafür sorgen, dass praxisferne Bürokratie nicht zur Wachstumsbremse wird. Wer nachhaltig produziert, sollte seine Zeit in die Pflanzen investieren können und nicht in immer neue Formulare“, betonte Jung, der während der Betriebsbesichtigung über aktuelle politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen mit den Inhabern und Verbandsvertreten sprach.

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