kleine Tomaten und Mozzarella liegen auf einem Teller

Die Hessische Ernährungsstrategie

Welchen Stellenwert hat die Ernährung für den Einzelnen aber auch für die gesamte Gesellschaft, wenn nicht nur ernährungsphysiologische Aspekte, sondern auch Nachhaltigkeitskriterien oder Klimaschutzaspekte in Entscheidungsprozesse einbezogen werden?

Lesedauer:1 Minute

Unsere Ernährung wirkt sich nicht nur auf unsere Gesundheit, sondern auf die Umwelt sowie die wirtschaftliche und soziale Situation anderer Menschen aus. Dies betrifft Bereiche wie den Klimaschutz, den Erhalt der Artenvielfalt, den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen wie Wasser, Luft und Böden oder das Tierwohl. Ziel der hessischen Ernährungspolitik ist es, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Bürgerinnen und Bürger aufgeklärte Entscheidungen treffen können, die einer nachhaltigen Ernährung gerecht werden.

Mit der Hessischen Ernährungsstrategie stellt das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat ein wegweisendes Konzept vor, das auf fünf Handlungsfelder aufbaut:

  1. Gesunde und nachhaltige Angebote in der Gemeinschafts- und Schulverpflegung fördern
  2. Erzeugung, Angebot und Vermarktung nachhaltiger, ökologischer und regionaler Lebensmittel stärken
  3. Die Ernährungsbildung verbessern
  4. Zivilgesellschaftliches Engagement stärken
  5. Lebensmittelverschwendung wirksam reduzieren

Welche Ziele stehen im Vordergrund?

Kriterien wie Regionalität, Saisonalität oder umweltfreundliche Verpackung können beim Einkauf von Lebensmitten zur Selbstverständlichkeit werden. Diese Bewusstseinsänderung herbeizuführen und für die eigene Wirksamkeit zu sensibilisieren, ist die zentrale Herausforderung nicht nur heute, sondern auch in Zukunft. Um diese Ziele zu erreichen, ist das Engagement vieler Akteurinnen und Akteuren wichtig. Ihnen allen ist bewusst, dass die notwendigen Verhaltensänderungen nicht kurzfristig erfolgen können, sondern über viele weitere Jahre als gemeinsame Aufgabe erhalten bleiben

Kantinenessen

Ernährungsstrategie

Handlungsfeld 1

Die Maßnahmen in Handlungsfeld 1 fördern gesunde und nachhaltige Verpflegung in allen Einrichtungen, die warmes Mittagessen, Frühstück oder Zwischenverpflegung anbieten.

Nachhaltigkeit in der Gemeinschaftsverpflegung: Wie schaffen es verstärkt regional und nachhaltig erzeugte Lebensmittel auf die Teller in hessischen Mensen und Kantinen? Der Beschaffungsleitfaden unterstützt Kommunen und öffentliche Einrichtungen dabei, schon bei der Ausschreibung die Weichen richtig zu stellen. Er bietet dafür rechtliche Informationen und anschauliche Praxishinweise.

BeschaffungsleitfadenÖffnet sich in einem neuen Fenster

Schritt für Schritt: Auf dem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit in der Kantine ist der Einsatz von Produkten in Bio-Qualität aus der Region wichtig. Der Leitfaden „Hessisch Bio für die Großküche“ enthält viele Tipps und unterstützt damit Kantinen bei der Umstellung zu mehr Regionalität und Bio.

Anhand vieler praktischer Beispiele werden wichtige Fragen zur Beschaffung, Lagerung oder Kostenkalkulation und die notwendigen Schritte hin zur Bio-Zertifizierung eines Betriebes beantwortet. Kantinen, die ihre Rezepturen entsprechend optimieren möchten, erhalten hilfreiche Empfehlungen. Der Praxisleitfaden wrude durch das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) herausgegeben und durch das Land Hessen gefördert. Er steht allen Interessierten kostenfrei als Download zur Verfügung:

„Hessisch Bio für die Großküche“Öffnet sich in einem neuen Fenster

Direkt aus der Region: Unter dem Motto „Die Region im Kochtopf" erhöht die vom hessischen Landwirtschaftsministerium als Ökomodellregion Lahn-Dill-Gießen anerkannte Region im Rahmen des Projektes Nah.Land.Küche den Anteil regionaler und gleichzeitig bio-zertifizierter Lebensmittel in der Schulverpflegung. Lieferstrukturen und Wertschöpfungsketten sind dabei das A und O. Insgesamt sechs Großküchen und acht Schulen aus der Ökomodell-Region sind am Projekt beteiligt. Das Projekt des Lahn-Dill-Kreises, dem Landkreis Gießen und der Stadt Gießen wurde durch das Land Hessen mit insgesamt 500.000 EUR gefördert.

Projekt Nah.Land.KücheÖffnet sich in einem neuen Fenster

Netzwerk aus Kantinen und Großküchen: Das Netzwerk „100 KlimaKantinen“ hat den Fach- und Erfahrungsaustausch zum Ziel. Eine Mitgliedschaft steht privaten und öffentlichen Kantinen, Mensen und Betriebsrestaurants offen. Voraussetzung ist, dass Maßnahmen eines nachhaltigen Angebotes, Arbeitens und Wirtschaftens umgesetzt werden. Im Netzwerk der „100 KlimaKantinen“ können zum Beispiel Großküchen Mitglied werden, die regionale und ökologische Speisen anbieten, auf die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und Verpackungsmüll achten und das Angebot an Fleischgerichten reduzieren. Ein durch das Hessische Landwirtschaftsministerium zur Verfügung gestelltes Schild zeichnet das Unternehmen als Mitglied aus.

Landesprogramm “100 KlimaKantinen“ 

Gut beraten: Das Land Hessen unterstützt mit einem Beratungsangebot Kantinen und Großküchen dabei, nachhaltiger zu wirtschaften. Die Beratungen umfassen eine Bestandsaufnahme, die Speiseplangestaltung, Rezepturen und die Kücheneinrichtung. Auch die Kundeninformation, die Umstellung auf einen höheren Frischkostanteil oder die Verringerung des Lebensmittelabfalls können Teil der Beratung sein. Ferner können regionale Lieferantenstrukturen für Lebensmittel in Bio-Qualität aufgebaut, ein Monitoring zur Erfassung des Lebensmittelabfalls eingeführt oder Speisen im Hinblick auf ihre CO2-Bilanz optimiert werden. Das Beratungsangebot ist für die Küchen kostenlos.

Beraten werden sowohl Kantinen öffentlicher Einrichtungen als auch solche in privater Trägerschaft. Dazu zählen beispielsweise Betriebe, die Kitas, Schulen und Berufsschulen, Kliniken, Reha-Zentren, Seniorenresidenzen oder Privathaushalte beliefern oder vor Ort Speisen zubereiten.

Das Projekt wurde durch das Land Hessen beauftragt. Projektpartner ist die FiBL Projekte GmbH aus Frankfurt am Main.

Gut verpflegt – Ernährungsbildung gelebt: Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Hessen der Hessischen Lehrkräfteakademie unterstützt Schulen in Hessen, ein Speisenangebot zu schaffen, das gesund ist, sich wirtschaftlich rechnet und den Schulkindern zudem schmeckt. Die Vernetzungsstelle ist eine Servicestelle für alle: Schulträger, Schulämter, Lehrkräfte, Eltern oder Schülerinnen und Schüler. Sie ist Ansprechpartnerin in allen Fragen zur Schulverpflegung und Ernährungsbildung und unterstützt die Qualitätssicherung und -entwicklung in der Schulverpflegung durch Information, Beratung und Vernetzung.

Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung wird durch das Land Hessen gefördert.

Vernetzungsstelle SchulverpflegungÖffnet sich in einem neuen Fenster

Bis ins hohe Alter gesund ernährt: Die Vernetzungsstelle Seniorenernährung in Hessen ist ein Projekt der Sektion Hessen – Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. Sie hilft durch entsprechende Information, Beratung und Vernetzung, die Ernährungssituation von Seniorinnen und Senioren sowohl im häuslichen Umfeld als auch in Senioreneinrichtungen sowie in der Außer-Haus-Verpflegung zu verbessern.

Die Vernetzungsstelle Seniorenernährung wird im Rahmen von INFORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung – durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie das Land Hessen gefördert.

Vernetzungsstelle Seniorenernährung Öffnet sich in einem neuen Fenster

Von klein auf gut essen: Die Vernetzungsstelle Kitaverpflegung Hessen ist ein Projekt der Verbraucherzentrale Hessen. Ziel ist, die Verpflegung in Kindertagespflege und Kindertagesstätten zu verbessern und eine begleitende Ernährungsbildung zu fördern.

Die Vernetzungsstelle Kitaverpflegung Hessen wird im Rahmen von INFORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung – durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Das Land Hessen begleitet das Projekt fachlich.

Gemeinsam gut informiert: Mit den „Fachgesprächen Ernährung” bietet das Hessische Landwirtschaftsministerium Ernährungsfachkräften in regelmäßigen Abständen Fachinformationen zu aktuellen Ernährungsthemen und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch.

Das „Netzwerk Ernährung“ ist ein freiwilliger Zusammenschluss hessischer Institutionen, die sich seit 2011 aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Thema „Agrarwirtschaft, Ernährung und Gesundheit“ beschäftigen. Die Netzwerktreffen finden auf Einladung des Hessischen Landwirtschaftsministeriums statt.

Informationen zu „Fachgespräche Ernährung” und „Netzwerk Ernährung” 

Milch, Käse und Co: Seit vielen Jahren wird Schulmilch durch die Europäische Union (EU) gefördert. Das Förderprogramm umfasst neben Zuschüssen für Schulmilch sowie Naturjoghurt, Naturquark und Käse auch die Verteilung der Milch. Außerdem können Schulen und vorschulische Bildungseinrichtungen, die in Hessen am EU-Schulprogramm – Teil Milch teilnehmen, auch Beihilfen für begleitende pädagogische Maßnahmen erhalten. Kinder und Jugendliche lernen dadurch Aspekte einer gesunden Ernährung aber auch die Landwirtschaft und die Vielfalt der landwirtschaftlichen Erzeugnisse kennen, ihre Alltagskompetenzen werden gestärkt.

Gemüse

Ernährungsstrategie

Handlungsfeld 2

Gutes aus der Region! In Hessen sind 16 % der Fläche ökologisch bewirtschaftet, mit steigendem Anteil. Hesssen will den Selbstversorgungsgrad mit Bio-Produkten, Absatz und Vermarktung stärken.

Öko? Natürlich! Der Ökoaktionsplan Jägerinnen und Jäger hat insbesondere die Weiterentwicklung und Verbreitung des Ökolandbaus im Fokus, unterstützt jedoch auch andere, besonders nachhaltige landwirtschaftliche Produktionsweisen. Weiterhin werden entsprechende Modellbetriebe mit Vorbildfunktion in Hessen sowie die regionale Verarbeitung und Vermarktung gefördert. Der Ökoaktionsplan ist ein wesentliches Instrument für mehr nachhaltige Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln und anderen landwirtschaftlichen Produkten in Hessen. Auf Grundlage der Ökoaktionsplan-Fördergrundsätze werden verschiedenste Projekte in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Beratungsdienste, Wissensaustausch und Informationsmaßnahmen sowie zugunsten der Absatzförderung landwirtschaftlicher Erzeugnisse gefördert.

In den ebenfalls durch den Ökoaktionsplan geförderten 13 hessischen Ökomodell-Regionen sollen die bio-regionalen Absatz- und Vermarktungsmöglichkeiten gestärkt werden. Die Ökomodell-Regionen leisten zudem einen Beitrag zur Verbrauchersensibilisierung und Umweltbildung.

Die einzelnen Projekte des ÖkoaktionsplansÖffnet sich in einem neuen Fenster

Wildfleisch – mehr Bio und Regionalität geht nicht. Ortsansässige Jägerinnen und Jäger verkaufen ihr Wildfleisch schon immer sehr regional. Meist an Gaststätten oder Privatpersonen. Die kommerzielle Vermarktung gibt es auch. Immer häufiger können die Verbraucherinnen und Verbraucher über einen QR-Code einsehen, auf welcher Wiese oder in welchem Wald das Reh oder der Hirsch lebte, als es erlegt wurde und eine Rezeptidee gibt es hier und dort gratis dazu. Der Kauf von Wildfleisch hat damit für Verbraucherinnen und Verbraucher eine sehr hohe Transparenz und Sicherheit. Wo es Wildfleisch zu kaufen gibt, erkennen Sie oft an dem Schild „Wild aus der Region“. Ein guter Ansprechpartner sind auch die hessischen Forstämter, die das erlegte Wild teils selbst vermarkten oder hier und da auch einen kleinen Waldladen zu bieten haben. DerLandesjagdverband Hessen e. V.Öffnet sich in einem neuen Fenster informiert zudem auf seiner Website über die verschiedenen Möglichkeiten, wo der Verbraucher Wildfleisch kaufen kann.

Auf zu neuen Lösungen: Die Förderung von Innovation und Zusammenarbeit von verschiedenen Akteuren in der Landwirtschaft, im Garten- und Weinbau, der Nahrungsmittelkette, im Forst und weiteren Akteuren soll zu den Zielen und Prioritäten der ländlichen Entwicklungspolitik nach der GAP-Strategieplan-Verordnung (Verordnung (EU) 2021/2115) beitragen und Handlungsbedarfe in Hessen aufgreifen. Hierfür stehen die Fördermaßnahmen „Europäische Innovationspartnerschaft für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (EIP-Agri)“ sowie die Förderung der „Zusammenarbeit – Netzwerke und Kooperationen“ zur Verfügung.

Ziel einer EIP-Agri ist die Förderung der Innovation und die Verbesserung des Wissensaustauschs. Die geplante Innovation kann sich auf neue, aber auch auf herkömmliche Praktiken in einem neuen geografischen oder Umweltkontext stützen. Insbesondere soll eine schnellere und stärkere Überleitung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis realisiert werden. Dies soll zur Stärkung der Verbindung zwischen Praxis, Forschung und Innovation führen.

Die Förderung der Zusammenarbeit dient der noch wirksameren Vernetzung und Unterstützung von Akteuren der ländlichen Entwicklung, unter anderem um durch Nutzung von Synergien die Chancen von Wirtschaftsakteuren zur In-Wert-Setzung ländlicher Regionen zu entwickeln. Es kommen grundsätzlich alle Formen der Zusammenarbeit für eine Unterstützung in Frage (unter anderem Projekte, Umsetzung von Strategien, Netzwerke).

Weitere Informationen:

Innovation und Zusammenarbeit 2023-2027

RP Gießen: Förderung der Innovation und ZusammenarbeitÖffnet sich in einem neuen Fenster

Qualität und kurze Wege: Die Förderung der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zielt auf eine Verbesserung des Angebots gesunder und qualitativ hochwertiger regional und ökologisch erzeugter Lebensmittel ab. Sie hat die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Ressourceneffizienz der hessischen Verarbeitungsunternehmen und Erzeugerzusammenschlüsse im Fokus und stärkt somit auf der Erzeugerebene die Erlösvorteile von Landwirtinnen und Landwirten.

Mit möglichst nah und dezentral gelegenen Verarbeitungsstätten sowie kurzen Wegen zu den lokalen Absatzmärkten wird mit der Förderung eine Struktur unterstützt und weiterentwickelt, die gleichsam auch klimaschutzorientiert ist, da auf lange Transportwege verzichtet werden kann. Besonders unterstützt werden deshalb Investitionen zur Verarbeitung und Vermarktung in regionalen Wertschöpfungsketten sowie mit besonderer Qualitätsorientierung. Investitionsvorhaben mit überwiegendem Bezug zu den Qualitätssiegeln des Landes Hessen (Geprüfte Qualität HESSEN / Bio aus HESSEN) oder den EU-Qualitätsregelungen können mit einem höheren Fördersatz berücksichtigt werden.

Neben den strukturellen Wirkungen der Förderung ist vor allem aber auch ihr Nutzen für die Menschen in Hessen hervorzuheben; denn regional und qualitativ hochwertig erzeugte und verarbeitete Lebensmittel aus Hessen für Hessen sichern die Versorgung in Kitas, Schulen und Krankenhäusern, in der heimischen Gastronomie, wie auch beim Einkauf in der Stadt und auf dem Land.

Weitere Informationen:

RP Gießen: MarktstrukturverbesserungÖffnet sich in einem neuen Fenster

Kinder kochen zusammen

Ernährungsstrategie

Handlungsfeld 3

Die Maßnahmen fördern Ernährungsbildung durch Wissensvermittlung und praktische Erfahrungen für alle Altersgruppen, um informierte Entscheidungen zu Ernährung und Konsum zu ermöglichen.

Ab auf den Bauernhof! Das Projekt „Bauernhof als Klassenzimmer“ (BaK) zielt darauf ab, Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen praxisnah und anschaulich den Ursprung der Nahrungsmittel und die moderne Landwirtschaft nahe zu bringen und ihr Wissen durch Erkundung, Beobachtung und Mitarbeit vor Ort zu erweitern. An dem Projekt „Bauernhof als Klassenzimmer“ sind der Hessische Bauernverband (HBV), die Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen e. V. (VÖL), das Hessische Kultusministerium sowie das Hessische Landwirtschaftsministerium beteiligt.

Projekt „Bauernhof als Klassenzimmer“ Öffnet sich in einem neuen Fenster

Klimasmart durch die Schule: Die Bildungsmaterialien der Verbraucherzentrale Hessen e. V. zum Thema „Klimabewusst essen in Schulen“ vermitteln Schülerinnen und Schülern die Zusammenhänge zwischen Klima, Nahrungsmitteln und persönlichem Lebensstil. Eigene Konsumentscheidungen werden dabei reflektiert und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Das Projekt „Klimabewusst essen in Schulen“ ist Teil des „Klimaplan Hessen“ und umfasst drei Teilprojekte:

-          Workshop „KlimaFrühstück" (Sekundarstufe 1)

-          Workshop "KlimaSnackbar" (gymnasiale Oberstufe und Berufsschule)

-          Informationsangebote zum „Klimasmarten Schulkiosk“

Das Projekt wird durch das Land Hessen gefördert.

Projekt „Klimabewusst essen in Schulen“ Öffnet sich in einem neuen Fenster

Neugierig und wissensdurstig: An hessischen Schulen und auch außerschulisch begleiten qualifizierte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren des Landfrauenverbands Hessen e. V. anhand erprobter Konzepte die Ernährungsbildung im Unterricht und Alltag. Die Kinder lernen dabei praxisnah und mit viel Spaß grundlegende Küchenfertigkeiten. Und sie erfahren, welche Auswirkungen die Ernährung auf das Klima hat.

Das Projekt „Klimabewusste Ernährungsbildung für Kinder“ umfasst drei Angebote:

  • Ernährungsführerschein des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) (Grundschule)
  • Werkstatt Ernährung (Sekundarstufe 1)
  • Kinder-Kochkurse (6- bis 12-Jährige)

Der ErnährungsführerscheinÖffnet sich in einem neuen Fenster ist ein etabliertes Konzept zur modernen Ernährungsbildung entsprechend den Bildungsplänen und steht allen hessischen Grund- und Förderschulen zur Verfügung. In sechs bis sieben lebendig gestalteten Doppelstunden lernen die Kinder Lebensmittel mit allen Sinnen wahrzunehmen, zuzubereiten und zu genießen. Es geht beim Ernährungsführerschein aber auch um wertschätzendes, umwelt- und klimafreundliches Handeln.

Die „Werkstatt Ernährung“ ist ein erlebnis- und handlungsorientiertes Bausteinkonzept rund um das Thema Essen und Trinken. Es wurde vom Hessischen Landwirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Kultusministerium und Institutionen und Verbänden des Ernährungsbereiches entwickelt. Ergebnis ist ein 400 Seiten starkes Handbuch mit allen Vorlagen. Die „Werkstatt Ernährung“ steht zum kostenlosen Download auf der Website des Hessischen Landwirtschaftsministeriums zur Verfügung:

„Werkstatt Ernährung“Öffnet sich in einem neuen Fenster

Die „Kinder-Kochkurse“ finden in einem außerschulischen Umfeld, zum Beispiel als Angebot in einer Ferienspielaktion, zum Erntefest oder als Angebot am Nachmittag statt. In den Kinder-Kochkursen geht es vor allem ums Selbermachen. Die Kinder schnippeln Gemüse, braten, backen und kochen unter Anleitung hessischer Landfrauen.

 „Kinder-Kochkursen“ Öffnet sich in einem neuen Fenster

Nach entsprechender Schulung können hessische Lehrkräfte die genannten Angebote auch eigenständig mit ihren Schülerinnen und Schülern durchführen.

Das Projekt „Klimabewusste Ernährungsbildung für Kinder“ ist Teil des Klimaplans Hessen und wird durch das Land Hessen gefördert.

Zum Projekt „Klimabewusste ErnährungsbildungÖffnet sich in einem neuen Fenster

Eine Pizza pflanzen? Im Schulgarten erfahren Kinder und Jugendliche im Kleinen die großen ökologischen, ökonomischen und sozialen Zusammenhänge ihrer Ernährung von der Vielfalt von Nahrungspflanzen über den Anbau und Flächenbedarf bis hin zur Nahrungsmittelproduktion und Vermarktung. Im Schulgarten werden Talente entdeckt, die im Klassenzimmer nicht zum Vorschein kommen, Kinder und Jugendliche gelangen über das eigene Handeln zum Wissen und stärken persönliche, soziale und nicht zuletzt motorische Kompetenzen. Im UnterrichtÖffnet sich in einem neuen Fenster sind Schulgartenaktivitäten an alle Fächer anschlussfähig.

Das Netzwerk Schulgärten in Hessen stärkt den Schulgarten als Bildungsraum für nachhaltige Entwicklung und unterstützt Lehrkräfte, außerschulische Bildungsmultiplikatorinnen und -multiplikatoren sowie ehrenamtlich Engagierte mit Fortbildungen, individueller Schulgarten-Beratung, Bildungsmaterialien, praktischen Gartentipps, einem Newsletter und einem umfangreichen Web-PortalÖffnet sich in einem neuen Fenster.

Netzwerk Schulgärten in HessenÖffnet sich in einem neuen Fenster

Lebensmittel checken: Ausgehend vom Forschen in Kühlschrank und Vorratskammer bearbeiten Kinder an abwechslungsreichen Lernstationen Themen wie Fairer Handel, Essen bei uns und weltweit, saisonale und regionale Ernährung, tierische Lebensmittel, Bio-Siegel und nachhaltiges Frühstück. Die Kinder lernen globale Zusammenhänge der Herstellung unserer Lebensmittel kennen und können Bezüge zu Gerechtigkeit und Klimawandel herstellen. Spielerische Elemente wie zum Beispiel Ernährungsbingo ergänzen Ideen für eigene Handlungsoptionen.

Das Schuljahr der Nachhaltigkeit umfasst neben Ernährung acht weitere Module zu den Nachhaltigkeitsthemen Biologische Vielfalt, Gewässerschutz, Abfall, Energie, Klima, Mobilität sowie Kinderrechten und Konsum und zieht sich wie ein „roter Faden“ durch ein Grundschuljahr.

Die Kinder lernen, was nachhaltige Entwicklung für ihre eigene und die Lebenswelt anderer Menschen rund um den Globus bedeutet und entwickeln eigene Handlungsoptionen für eine nachhaltigere Welt. Durch Beratungs-, Fortbildungs- und Austauschangebote wird die gesamte Schulgemeinde auf dem Weg zur nachhaltigen Schule unterstützt. Unter Einbindung von elf BNE-zertifizierten Umweltbildungszentren und dem mehrfach von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Bundesbildungsministerium ausgezeichneten Netzwerk der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wird das Schuljahr der NachhaltigkeitÖffnet sich in einem neuen Fenster an 120 Grundschulen hessenweit umgesetzt und BNE verankert.

Eine Gruppe von Kindern präsentiert Produkte aus ökologischem Landbau.

Ernährungsstrategie

Handlungsfeld 4

Viele Menschen engagieren sich für eine gesunde und nachhaltige Ernährung. Diese Maßnahme bietet ehrenamtlichen Ernährungsinitiativen Vernetzung, Beratung und finanzielle Unterstützung.

Hessen (SEI) ist Anlaufstelle für bestehende Vereine oder neue Initiativen, die sich mit Fragen einer nachhaltigen Ernährung beschäftigen und ihre Ernährungsumgebung aktiv mitgestalten möchten – beispielsweise über Urban-Gardening-Projekte, Koch-Workshops oder Ernährungsbildungsangebote.

Die Servicestelle berät Antragsstellerinnen und Antragsteller, die sich um Landeszuwendung bemühen, gibt Hilfestellung zu formalen Themen wie Vereinsgründung, Fundraising oder Rechtsformen und bildet nicht nur eine Informations-, sondern auch eine Vernetzungsplattform für alle Interessierten. Darüber hinaus werden ab 2024 auch Vernetzungsveranstaltungen und Workshops angeboten.

Die Servicestelle ist ein Projekt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) und wird durch das Land Hessen gefördert.

Inhalt eines Kühlschranks. In der Mitte liegt Obst.

Ernährungsstrategie

Handlungsfeld 5

Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung sind in den Handlungsfeldern 1, 2 und 4 verankert. Groß und Klein sollen durch Information, Beratung und Erleben den Wert von Lebensmitteln schätzen lernen.

Im VerbraucherFensterÖffnet sich in einem neuen Fenster informiert die Hessische Landesregierung Verbraucherinnen und Verbraucher regelmäßig über aktuelle Themen einer gesunden und nachhaltigen Ernährung. Auch die Wertschätzung unserer Lebensmittel und eine Vermeidung von Lebensmittelverschwendung werden in den Artikeln aufgegriffen.

 Artikel „Aktiv werden gegen Lebensmittelverschwendung“ im „VerbraucherFenster Hessen“ Öffnet sich in einem neuen Fenster

Das Ziel der Initiative ist es, Lebensmittelverschwendung in den verschiedenen Bereichen von Produktion über Handel, Außer-Haus-Verpflegung und bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern in den privaten Haushalten zu reduzieren. Auf einer interaktiven/digitalen Deutschlandkarte werden Aktivitäten, Initiativen und Projekte vorgestellt, die sich für mehr Lebensmittelwertschätzung einsetzen. Auch Hessen ist mit unterschiedlichen Projekten auf der Plattform vertreten und unterstützt zudem die jährlich stattfindende, bundesweite Aktionswoche gegen Lebensmittelverschwendung unter dem Motto „Deutschland rettet Lebensmittel“.

Bundesweiten Initiative „Zu gut für die Tonne!“ Öffnet sich in einem neuen Fenster

Die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung geht alle an. Dazu tauschen sich Bund und Länder regelmäßig aus. Ziel der Strategie ist es, Lebensmittelabfälle entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette zu reduzieren. Dafür wird die Strategie kontinuierlich weiterentwickelt.

Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung Öffnet sich in einem neuen Fenster

Über die Verschwendung von Brot und Backwaren informiert die Verbraucherzentrale Hessen e. V. auf kreative und unterhaltsame Art und Weise. Mit Textbeiträgen und einem Video, das in Kooperation mit dem bekannten deutschen Poetry-Slammer Lars Ruppel entstanden ist, wird auf die Verschwendung von Brot und Backwaren aufmerksam gemacht. Das Ernährungsbildungsprojekt „Brot retten ist Ährensache“ wurde durch das Land Hessen gefördert.

Projekt „Brot retten ist Ährensache“Öffnet sich in einem neuen Fenster

Mehr vom Land Hessen im Bereich nachhaltiger Ernährung

Nachhaltige Ernährung ist ein Teilbereich der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen. Die Gremien der Nachhaltigkeitsstrategie möchten mit Initiativen unterschiedliche Zielgruppen für nachhaltiges Handeln sensibilisieren und motivieren.

Nachhaltigkeitsstrategie Hessen Öffnet sich in einem neuen Fensterund „Nachhaltige Ernährung“ Öffnet sich in einem neuen Fenster

Kommunen verantworten im Rahmen von Veranstaltungen oder in Einrichtungen wie Kitas oder Schulen Verpflegungsangebote. Sie können Multiplikatorinnen im Umgang mit Ernährung sein und durch ihren direkten Zugang zu Bürgerinnen und Bürgern eine wichtige Vorbildfunktion einnehmen. Im Rahmen des Pilotprojekts wurden zehn Kommunen von der Lust auf besser Leben gGmbH beraten. Ziel war eine Sensibilisierung, bessere Vernetzung, Multiplikatorinnen- und Multiplikatoren-Gewinnung und die Umsetzung nachhaltiger Ernährung im kommunalen Umfeld. Das Projekt wurde im Jahr 2022 vom Steuerungskreis Ernährung der Nachhaltigkeitsstrategie initiiert.

Projekt „Nachhaltige Ernährung in Kommunen“ Öffnet sich in einem neuen Fenster

Die Akteurskarte als Ergebnis des Projektes „Nachhaltige Ernährung in Kommunen“ gibt einen Überblick über verschiedene Akteure, die in Hessen zum Thema nachhaltige Ernährung aktiv sind. Filteroptionen ermöglichen die Suche nach einzelnen Akteuren und ihren Projekten und unterstützen eine Vernetzung.

Akteurskarte „Nachhaltige Ernährung“ Öffnet sich in einem neuen Fenster